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Das erste Weltreich :::

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   Achaemeniden ::    TOP
 
Noch vor dem Aufstieg des achämenidischen Reiches, vermutlich im 8. oder 7. Jahrhundert, lebte der Prophet Zarathustra, der in seiner Lehre den Dualismus von Gut und Böse- vertreten durch den Gott Ahuramazda und den bösen Geist Ahriman- und die große Bedeutung, die der Mensch als Schiedsrichter zwischen den beiden besitzt, hervorhob. Herodot berichtet uns die romantische Geschichte von dem Aufstand des Perserkönigs Kyros gegen den Mederkönig Astyages. Eine Einzelheit wird durch spätere Inschriften bestätigt, dass nämlich Kyros nach seinem Sieg mit den Medern einen Freundschaftsvertrag auf Basis der Gleichberechtigung abschloss. Perser und Meder wurden noch unter Darios 30 Jahre danach in allen hohen Stellen der Verwaltung und des Militärs (fast) gleich beteiligt. An den Palasttreppen von Persepolis sieht man die Fürsten der Ratsversammlung in lebhaftem Gespräch, immer abwechselnd ein Meder und ein Perser, auch im Aufmarsch der 23 Satrapendelegationen erkennt man abwechselnd 12 persische und 11( ! ) medische Satrapen, und Darios berichtet in der Bisotun-Inschrift, dass er mit dem "medisch-persischen" Reichsheer gegen die Aufständischen vorging, auch gegen die Satrapie Medien selbst. Offiziere waren Perser, Meder und Urartäer. Nur mit den vereinten Kräften der beiden iranischen Völker konnten die Achämeniden ihr gewaltiges Imperium erobern. Darios musste das Reich neu ordnen, nachdem es unter Kambyses zusammengebrochen war. Er gibt offen zu, dass der Achämenide Kambyses seinen eigenen Bruder Bardija hatte umbringen lassen, bevor er zur Eroberung Ägyptens aufbrach. Dort erfuhr er vom Aufstand eben dieses Bardija in Persien. Beim Aufbruch verletzte er sich und starb. Der Aufrührer Bardija stellte sich bei den Nachforschungen des Darios als ein Magier namens Gaumata heraus und wurde dann erstochen. Darios verurteilt den zarathustrischen Priester als Lügner, der kein Anrecht auf den Königsthron gehabt habe und verteidigt seine eigene Thronbesteigung, obwohl er ein Abkömmling einer entfernten Seitenlinie der Achämeniden war. Unserer heutigen Kenntnis des Zarathustrismus nach wird man dies kritisch ansehen. Kambyses hatte sich durch die heimliche Ermordung seines Bruders als ein für die Herrschaft unwürdiger Verbrecher erwiesen, da muss es für einen verantwortungsbewußten Zarathustrier eine Verpflichtung gewesen sein, einzuschreiten und einen unbefleckten Mann an die Spitze des Staates zu stellen. Gaumata nahm daraufhin den Namen des Ermordeten an, und so wurde er auch bis nach Babylonien hin anerkannt, wie wir aus datierten Geschäftsurkunden erfahren. Nun bedeutet der Name Bardija "der Erhabene", ist also eine Regierungsdevise. Vielleicht hat Gaumata mit der Annahme dieses Namens gar nicht gelogen und alles so geheim gehalten, wie Dareios es in seiner Inschrift darstellt. Darios versuchte zumindest selbst, als guter Zarathustrier zu regieren. Unter Darios und seinen Nachfolgern wurden das Königtum und der Hofstaat mit bis dahin ungekanntem Prunk umgeben. Die gewaltigen Paläste von Persepolis und Susa, neben denen es noch Residenzen in Hamadan, BabyIon, Syrien und Anatolien gab, sind geradezu für die Ewigkeit gebaut und haben die Jahrtausende überdauert. Alle Völker des riesigen Imperiums mussten ihre Beiträge zur Prachtentfaltung des Großkönigs leisten. Aber die Politik des Darios hat auch auf andere Weise das Imperium zu einem für die Völker nützlichen Instrument gemacht. Der Großkönig ließ nämlich in allen Satrapien Handbücher der Wissenschaften, der Medizin, Jurisprudenz, Astronomie und Geographie zusammenstellen und setzte damit den langwierigen Prozess in Gang, die vorderasiatischen Völker und Kulturen von Indien über Iran, Babylonien und Anatolien bis Ägypten, zu einer Einheit zu verbinden. Am Ende dieses Prozesses stand dann nach mehr als einem Jahrtausend das große Kalifenreich, aber nicht nur die Araber, schon die Perser haben diese Hochkultur geschaffen.

   Das Reich Seleukiden::    TOP
 
331v.Chr. Jetzt wendet sich Alexander der Mazedonier dem persischen Heimatland zu, wo er zum ersten Mal auf den erbitterten Widerstand der Bevölkerung stößt. Den Weg nach Persien legt er blutübersät zurück, und wird an den persischen Toren von einer persischen Armee unter dem Satrapen Ariobarzanas aufgehalten. Alexander wird hier mehrmals zurück geschlagen und erst durch Verrat kann er die persischen Truppen aus dem Hinterhalt überwältigen. In Persis verbrennt er eigenhändig den Perserpolis, was er später bedauert, und verfolgt weiterhin den Perserkönig Darius III. Als dieser von seinem Vasallen Bessos ermordet wird, bestraft Alexander den Königsmörder und läßt Darius III mit königlichen Ehren begraben. Diese Geste dient vor allem als Zeichen der Versöhnung mit den persischen Aristokraten . Von nun an beauftragt er immer mehr Perser mit der Verwaltung des Reiches, und als neuer Shah an shah von Iran macht er sich an die Eroberung des übrigen Reiches, was sich vor allem im Ostiran als eine große Herausforderung erweist, und übermenschliche Leistungen und hohe Verluste von im fordert; Er überquert um 329 n. Chr in 15 Tagen den Hindukusch. In Mawarannahr muß er in einem zweijährigen Krieg gegen den iranischen Adligen Spitamenes schwere Verluste hinnehmen und kann ihn nur mit Hilfe der zentralasiatischen Nomadenvölker besiegen. Er heiratet in Mawarannahr die iranische Prinzessin Roxana, nimmt immer mehr persische Züge an und führt persische Sitten und Hofzeremonien ein. Er entläßt immer mehr Griechen und residiert von nun an in Persien, bis er 323 überraschend in Babylon stirbt. Sein Reich zerfällt nach seinem Tod, aber seine Legende sollte für die nächsten Jahrtausende, sowohl in Asien als auch in Europa, lebendig bleiben.
312 – 250 v. Chr. Dem Tod Alexanders folgen blutige Machtkämpfe unter seinen Feldherren (Diadochen Kriege). Nachdem sie den Sohn Alexanders ermordet und sein Haus ausgelöscht haben, verteilen sie das Riesenreich der Perser untereinander. So fällt das Kernland des Reiches Iran zum Herrschaftsgebiet von Seleukos Nikator, der die kurzlebige Dynastie der Seleukiden im Iran gründet. Während in den anderen Gebieten des ehemaligen Perserreiches die Griechen als die neuen Herren etabliert werden, müssen sich die Seleukiden im Iran mit der Herrschaft über einige Städte und den wichtigsten Handelsstraßen begnügen. In den Städten, die nach griechischem Vorbild organisiert sind, wird die griechische Kultur und Sprache noch lange Zeit nach den Seleukiden gepflegt. Doch die Hellenisierung Irans reicht kaum über die Stadtgrenzen hinaus. Iran wartet auf seine Befreiung.

   Parther/Aschkaniden::    TOP
 
Den Parthern, dem dritten großen iranischen Stamm gelingt die Befreiung Irans. Ihr König Arschak I beginnt 256 v. Chr. mit dem Krieg gegen die Seleukiden .Es gelingt ihm 250 v. Chr. einen eigenen Staat im Osten Irans zu errichten. Von hier erfolgt die Rückeroberung Irans. Sein Bruder Tirdad I tritt seine Nachfolge an. Nach einem Sieg über Seleukos II 247 v. Chr. krönt er sich als offizieller Nachfolger der Achaimeniden. Auch seine Nachfolger führen ihre Abstammung auf dem Achaimenidenkönig Artaxerxes II zurück. So übernimmt Mehrdad I 138 – 171 v. Chr. nach der Eroberung von Babylon und Nordindien wieder den Titel König der Könige. Während im Westen das aufstrebende römische Imperium sich den Grenzen Irans nähert, müssen die Parther ihre ganze Kraft auf die Ostgrenzen des Landes konzentrieren. Die Chinesen vertreiben die in Nordchina lebenden Normadenhorden nach Westen. Es ist wohl als die großartigste Leistung der Aschkaniden zu sehen, daß sie, wie ein Bollwerk, die westwärts strömenden Völkerschaften eine nach dem anderen zerschlagen. Erst als die Aschkaniden ihrem Ende entgegen steuern, gelingt es einzelnen dieser Reitervölker, nach Westen zu marschieren. Hier stürzen sie das Römische Reich von einer Krise in die nächste. Aber auch im Westen bezwingen die Aschkaniden ihren mächtigen Gegner. Das Römische Reich unter der Führung des Triumvirats von "Caesar, Pompeius und Crassus", wird in allen Richtungen ausgedehnt. So treffen 53 v. Chr. diese beiden Imperien bei Carrhae aufeinander. Es ist der Beginn der tausendjährigen römisch –iranischen Kriege. Masdjed Syleiman "antike Mithratempel der Ashkaniden" Das römische Heer unter Crassus wird vernichtend geschlagen. Crassus fällt und 20.000 römischen Gefangenen werden nach Merw in Mawarannahr (Ostiran) deportiert. Diese für das römische Imperium demütigende Niederlage versucht Mark Anton zu tilgen. Doch sein Angriff über Kleinasien und Azarbaijan scheitert und die Römer müssen einen verlustreichen Rückzug antreten. Einen weiteren Höhepunkt erreicht das Land unter Belach I 51 n. Chr., der zu seinen militärischen Erfolgen gegen Rom und einige zentralasiatischen Völker als frommer Anhänger Zarathustras den Glauben einen neuen Auftrieb gibt. So werden unter ihm die Schriften Zarathustras, "die Awesta", gesammelt. Nach ihm beginnt der allmähliche Niedergang des Reiches. So gelingt es den Römern auf dem Höhepunkt ihrer Macht unter Trajan, die Parther sogar für zwei Jahren aus Mesopothamien zu vertreiben .Es gelingt zwar dem letzten der Aschkaniden Großkönige, Ardavan IV, den Römern 217 n. Chr. eine entscheidende Niederlage beizubringen, und sie zu hohen Reparationszahlungen zu zwingen; doch geschwächt durch ständige Kriege mit äußeren Feinden und innerlich zersplittert, müssen die Aschkaniden dem jungen Sassaniden Ardeschir weichen. Insgesamt können sich die Aschkaniden weder mit der hohen Staatskunst ihrer Vorgänger, den Achaimeniden, noch den ihrer Nachfolger, den Sassaniden, messen. Ihre Reichsorganisation ähnelt mehr dem Föderalen System des mittelalterlichen Deutschlands mit seinen mächtigen Fürsten und Königen, die die Macht des Shah an Shahs einschränken. Nicht ohne Grund beschreibt Firdausi diese Zeit als eine Zeit ohne Shahs`. Die Aschkaniden sind aber auch große Förderer hellenischer Kunst und Kultur, und bezeichnen sich selbst als Philhellenen. Vor allem aber sind sie in der Weiterentwicklung persischer Kunst, Architektur und Literatur die Wegbereiter der glanzvollen Sassaniden Epoche.

   Saasaaniden::    TOP
 
226- 652 n. Chr. Im 3. Jh. entsteht ein neuer Staat, der über vier Jahrhunderte als Weltmacht neben China und Rom die Geschicke der Welt mitbestimmen sollte. Wieder gelingt es dem König der Perser, Ardeshir-e Babakan aus dem Hause Sassan, die iranischen Völker unter sich zu vereinen. 226 n. Chr. schlägt er den letzten der Aschkaniden, Ardavan IV, und gründet das neupersische Reich der Sassaniden. Er gilt als Schöpfer und Organisator des neuen Reiches, das gleich zu Beginn das römische Weltreich ins Schwanken bringt. In vollem Bewußtsein über die achaimenidische Tradition schafft er nicht nur einen zentralistisch organisierten Staat, sondern erklärt den Glauben Zarathustras zur Staatsreligion. Dem römischen Kaiser sendet er eine Botschaft mit folgender Nachricht: " Das, was Ihr Römer in Asien besetzt, ist mein Erbe". Als Severus die Gesandten tötet, beginnt der Krieg gegen Rom. Nachdem drei römische Armeen zurückgeschlagen werden, erobert Ardeshir Armenien. Sein Sohn Shahpur I folgt ihm 241 n. Chr. auf den Thron. Er vollendet die Eroberung Armeniens, und greift die Römer in Syrien an. Diese Kriege von 241 bis 244 und 258-260 enden mit der bis dahin größten Niederlage der römischen Geschichte. Im ersten Krieg fällt der römische Kaiser Gordian. Über 60.000 römische Legionäre gehen 244 in die Gefangenschaft. Rom muß den Frieden mit 500.000 Dinaren, einem Tribut gleich, erkaufen. Nach weiteren schweren Niederlagen sucht der römische Imperator Valerian selbst Shahpur auf. Das Unternehmen endet für die Römer in einer Katastrophe: Valerian und über 70.000 römische Legionäre gehen in persische Gefangenschaft. Zu dem werden die Römer zu hohen Reparationszahlungen verpflichtet. Shapur I und der römische kaiser valerian, der dem sieger flehend die arme entgegenstreckt. So gelangt das junge Sassanidenreich durch seine ersten zwei Könige zum höchsten Ansehen in der damaligen Welt. In dieser Zeit werden durch die römischen Gefangenen zahlreiche Brücken- und Dammprojekte durchgeführt; der berühmteste, der Kaiserdamm bei Susa, ist heute noch zu sehen. Shahpur II d. Gr. (309- 379) Unter den Nachfolgern Shahpurs müssen wegen den anhaltenden Kämpfen gegen die zentralasiatischen Kriegerstämme zeitweise Zugeständnisse an die Römer gemacht werden, bis Shahpur II d. Gr. (309-379) den Glanz des Reiches wiederherstellt. Schon vor dessen Geburt krönen die Großen des Reiches das ungeborene Kind zum König. Mit 16 reißt er die Führung des Reiches an sich, bestraft die arabischen Aufständischen, und kann auf diese Weise die wichtigen Handelsstraßen nach Indien sichern. Als Protektor des Christentums gewährt er den in Rom verfolgten Christen Schutz in seinem Reich.
Doch die zunehmende Christianisierung Roms und die Ausrufung des Christentums als Staatsreligion führt "in einer Zeit, in der Religion über Staatsbürgerschaft entscheidet", dazu, daß die persischen Könige von nun an das Verhalten der Christen in ihrem Reich skeptischer beobachten. Um die früheren Verluste auszugleichen, beginnt Shahpur 338 n. Chr. den Krieg gegen Rom. Nach anfänglichen Siegen muß er jedoch 350 n. Chr. die Kämpfe gegen Rom aufgrund der Angriffe der Hunnen im Osten unterbrechen. Die Hunnen, ein aus Nordchina vertriebener wilder Kriegerstamm, greifen 350 Iran vom Osten her an. In einem siebenjährigen, blutigen Krieg besiegt Shahpur die Hunnen und vertreibt sie von den Grenzen Irans. Die Hunnen ziehen nach diesen Niederlagen weiter nach Europa. Dort lösen sie die berühmte Völkerwanderung der Germanen aus, und bereiten das Ende des römischen Reiches vor. Noch während den Kriegen gegen die Hunnen fallen die Römer in Iran ein. Da Shahpur die Hunnen als gefährlicher einschätzt, läßt er die Römer unbehelligt. Doch nach seinem Sieg im Osten wendet er sich wieder den Römern zu. Heer wird nahezu vollständig aufgerieben; den Frieden von 363 n. Chr. müssen die Römer mit großen Zugeständnissen erkaufen. Nebe seinen politischen und militärischen Erfolgen kann er auch kulturell große Errungenschaften vorweisen. Shahpur bietet den aus dem römischen Reich vertriebenen Philosophen und Wissenschaftlern Schutz an seinem Hof. Er begründet mit ihrer Hilfe die berühmte Universität von Ghundishapur mit Lehrstühlen für Historie, Philosophie, Literatur, Kriegswissenschaft und Naturwissenschaften. Hier werden die Schriften der antiken Römer und Griechen ins Persische übersetzt, und erreichen später, über den Islam, Europa. Shahpur stirbt nach 70jähriger Regierungszeit und hinterläßt ein mächtiges Reich. Die Sassaniden nach Shahpur d. Gr. Die nachfolgenden Könige betreiben eine Friedenspolitik gegenüber Rom, die vor allem durch die Teilung Armeniens 377 n. Chr. zustande kommt. Die Freundschaft zu Rom reicht soweit, daß der oströmische Kaiser Arcadius seinem neugeborenen Thronfolger Theodosius dem persischen König Yazdegird anvertraut. Der Shah würdigt das Vertrauen, und obwohl die Römer bald in schwerste Bedrängnis geraten ( Fall Roms 410 n. Chr.) nutzt er diese Verwirrung nicht aus, und bleibt sowohl ein großer Freund der Römer, als auch ein Beschützer der Christen. Im Jahre 410 hält er sogar ein Konzil im Sassanidenreich, in dem Jesus Christus als Gott wesensgleich anerkannt wird. Nach seinem Tod bleibt seine Nachfolge ungeklärt, doch um einen Erbfolgekrieg zu verhindern, wird die iranische Krone zwischen zwei Löwen gestellt. Derjenige der Kronanwärter, der sie dem Löwen raubt, soll der neue Shah werden. So besteigt Yazdegirds Sohn Bahram-e Gur den Sassaniden Thron. Bahram-e Gur Dieser Shah ist neben seinen Eroberungen auch wegen seiner Ritterlichkeit, Freigiebigkeit, seiner Liebes- und Jagdabenteuer m Iran berühmt und in der persischen literatur unsterblich geworden. Mit unermüdlicher Kraft bekämpft er das hephthalitische Reich im Osten Irans und treibt die wilden Horden weit in Zentralasien zurück. Weiterhin gliedert er Teile Indiens wieder an Iran. Seine Kriege gegen Rom enden mit der freien Glaubensausübung der Zarathustraanhänger und Christen auf beiden Seiten der Grenze. Seine Nachfolger meiden Kriege mit den Römern und konzentrieren sich auf die Abwehr zentralasiatischer Kriegerhorden im Osten des Reiches. Auch in dieser Zeit vollzieht sich die Christianisierung Armeniens, wodurch sich das armenische Volk immer mehr von seinem iranischen Kulturkreis trennt. Nach Bahram wird Iran immer mehr von den kriegerischen Stämmen Zentralasiens bedroht. Erst Kavad I (487-531) gelingt es, in einem zehnjährigen blutigen Krieg (503-513), diese Völkerschaften nach Zentralasien zurückzudrängen. Die Kriege an den römischen Grenzen, die sich wieder um Armenien und wegen dem Ausbleiben römischer Reparationszahlungen entfachen, bleiben ergebnislos. Diese ständigen Kriege zwischen den großen Imperien schwächen diese zunehmend, und bereiten den Untergang dieser Zivilisationen vor, die immer mehr von barbarischen Randvölkern an ihren Grenzen bedrängt werden. Zu den wichtigen Ereignissen dieser Zeit gehört das Auftreten Mazdaks, der als Religionsstifter für einen stark sozialistischen Staat wirbt. Es gelingt ihm zeitweise den König, der in dem neuen Glauben eine starke Waffe gegen den übermächtigen Adel sieht, für seine Ziele zu gewinnen. In einem Auszug aus dem "Dabistan-e Madhahib"heißt es über die Lehren Mazdaks wie folgt: "Was immer mit dem Licht nicht übereinstimmt und mit der Finsternis im Einvernehmen ist, wird Zorn, Vernichtung, und Zwietracht sein. Und da die meisten Streitigkeiten unter den Menschen durch Vermögen und Frauen verursacht wurden, so ist es notwendig, die Frauen zu befreien und das Vermögen gemeinsam zu haben." Chosro I Anuschirawan Aadel (531-579). Den Anstrengungen zur Etablierung des neuen Glaubens setzt sein Sohn Chosro I Anuschirawan ("unsterbliche Seele") Shah ein Ende. Mit einer blutigen Abrechnung beendet er die reaktionären Wirren im Iran. Anuschirawan, der später den Beinamen Aadel ,"der Gerechte", erhält, zählt zweifellos zu den größten Königen iranischer Geschichte. Er reorganisiert die Verwaltung und das Steuersystem, führt ein neues Rechtssystem ein und sorgt für einen breiten Wohlstand. So wird unter ihm ein breiter Stand des Kleinadels "Dehkane" geschaffen, der in den persischen Ritterstand befördert wird. Auch das Land wird vollständig neu vermessen, eine Kopfzählung vorgenommen und die Steuern neu festgesetzt. Seiner neu strukturierten Armee gelingt es, die angreifenden Steppenvölker aus Sibirien und Zentralasien zurückzuschlagen. Zum Schutz des iranischen Kaukasus baut er bei Derband die Eiserne Mauer. 540 beginnt er den Krieg gegen Ost-Rom. Doch der baldige Frieden, der von den Römern mit 5.000 Pfund Gold erkauft werden mußte, dauert nicht lange. Die Byzantiner beginnen 548 erneut den Krieg. Doch die schweren Niederlagen zwingen sie zu neuen Friedensverhandlungen. In einem fünfzigjährigen Friedensvertrag werden die Byzantiner zu jährlichen Reparationszahlungen von 30.000 Goldstücken verpflichtet. Beide Mächte vereinbaren desweiteren künftige Streitigkeiten durch ein Schiedsgericht beizulegen. Nach dem er die Westgrenzen gesichtet hat, greift er im Osten das Reich der Hephthaliten an. Als Folge des Krieges wird das Reich endgültig vernichtet. Doch ihnen folgen nun die 433 n.Chr. von den Chinesen nach Westen vertrieben Türken. Anuschirawan gilt als großer Förderer der Wirtschaft, Wissenschaft und der Kultur. Er intensiviert den Handel, unterhält rege Verbindungen nach Indien und tauscht Gesandtschaften mit dem chinesischen und römischen Kaiser aus. Um den Handel von Indien zu kontrollieren, erobert er Jemen und lenkt so den Handel von Alexandria über Persien. 571 n. Chr. kommt es zu einem Bündnis der Türken im Osten und den Byzantinern im Westen. Der Shah, der die Gefahr der Türken als größer bewertet, greift sie zuerst an. Nach seinem Sieg überrascht er die bisher siegreichen Römer. Diese werden weit hinter ihre Grenzen zurückgeschlagen. Nach diesen schweren Niederlagen muß der römische Kaiser abdanken. Sein Nachfolger Tiberius muß sich den Sieg zu einem hohen Preis erkaufen. Insgesamt stellt seine Herrschaftszeit den letzten Höhepunkt des antiken Irans dar. Neben imperialer Macht und großem Wohlstand beweist sich Iran unter ihm als ein Zentrum von Kunst und Kultur. Große Gelehrte, wie Bozorgmehr und Bozerjomheri und das durch ihn bekannt gewordene Schachspiel, sind Zeugen des kulturellen Reichtums dieses Reiches. Sein Sohn Hormus IV setzt die Konfrontation mit den Römern ohne größere Erfolge fort; kann aber mit Hilfe seines Feldherrn Bahram e Tschubin einen Einfall der Türken vom Osten verhindern. Bahram zerschlägt mit einer kleinen Armee das Reich der Türken, plündert es und macht es Tributpflichtig. Doch mit dem glorreichen Feldzug Bahrams wächst das Mißtrauen des Shahs und als Bahram wenig später von den Römern eine kleine Schlappe erleidet, sendet ihm der Shah statt Hilfe ein Frauengewand. Diese Beleidigung führt zur Rebellion im Heer. Der Shah wird gestürzt und später von einem Verwandten ermordet. Chosro II Parwis Seinem Sohn Chosro II Parwis gelingt es , mit tatkräftiger Unterstützung des byzatinischen Kaisers Maurikios, den Bahram zu besiegen. Mit der Krönung Chosro´s II 591 n. Chr. beginnt die Zeit der größten Siege und Niederlagen der Sassaniden, die am Ende seiner Regierungszeit das Reich bis zum äußersten erschöpft haben. Zu Beginn seiner Regierung reorganisiert er das Reich durch eine straff geführte Verwaltung. Er bedrängt die iranische Aristokratie, verstärkt die iranische Armee und wehrt Angriffe aus dem Osten ab. Im Jahre 602 n.Chr. wird der byzantinische Kaiser Maurikios ermordet und Phokas ernennt sich zum neuen Kaiser. Aus Rache an dem Tod des befreundeten Kaisers und zur Erweiterung seiner Macht, erklärt Chosro II im Jahre 602 den Byzantinern den Krieg, der die Byzantiner an den Rand ihrer Existenz bringt. das Reich der Sassaniden Die rechte Flanke der Perser unter dem Feldherrn Shahin erobert Syrien, weite Teile Kleinasiens und belagert 615 Byzanz. Die linke Flanke unter dem Feldherr Shahrbaraz erobert Jerusalem; er überführt das Heilige Kreuz nach Persien und fällt 619 in Ägypten ein, zieht Nil aufwärts zu den Goldminen von Sudan, die Spitzen seines Heeres erreichen sogar Westafrika. So erreicht das Sassanidenreich die Grenzen der Achaimeniden. Doch Byzanz reagiert. 610 stürzt Heraklios aus Afrika den Phokas vom Thron; zieht aber angesichts der verzweifelten Lage Byzanz` die Flucht nach Afrika vor. Nur auf Bitten des Volkes und Drängen der Kirche erklärt Heraklios sich bereit, Byzanz zu verteidigen. Die Eroberung Jerusalems und die Entführung des Heiligen Kreuzes rufen in Byzanz eine Kreuzzug- ähnliche Stimmung hervor. Auf der persischen Seite haben die Siege den persischen Shah herrschsüchtiger werden lassen. Er demütigt den Adel und seine Feldherrn, umgibt sich mit sagenhaftem Luxus und Reichtum, der nun, trotz seinen Siegen, das Land verarmen lassen. Seine Ausschweifungen und seine Vergnügungssucht reichen so weit, daß er, als sein Vasall, der Fürst der Lachemiden , die seit Generationen den Sassaniden treu gedient hatten, dem Shah seine Tochter verweigert, hingerichtet wird. Die dem Vasallen unterstellten Waffen gelangen in die Hände der Araber, so daß diese nomadischen Stämme zum ersten Mal in Besitz "moderner" Waffen gelangen. Dies sollte sich für die Sassaniden später als Verhängnisvoll erweisen. Als Chosro II nun nach den schweren Niederlagen gegen Heraklios immer mehr Offiziere und Adlige töten läßt, revoltiert der Adel und Chosro wird abgesetzt. Nach Chosro II beginnt die traurigste Periode der Sassaniden. In den folgenden fünf Jahre besteigen acht Könige und Königinnen den Sassaniden Thron. Zwar kann mit den Römern durch die Rückgabe des Heiligen Kreuzes Frieden geschlossen werden, aber die langanhaltenden Kriege, hohe Steuern und die Bürgerkriege verschlingen die letzten Ressourcen des Reiches. So erliegt das Reich, das über 4 Jahrhunderte mit Rom um die Weltherrschaft stritt 642, den Horden glaubenseifriger und beutegieriger Araber.

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